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75 Jahre Basketball Wien: Eine Geschichte, die weitergeschrieben wird

75 Jahre Basketballgeschichte, Generationen voller Leidenschaft und Menschen, die den Sport in Wien geprägt haben. Am Freitag, dem 23. Oktober, feierte Basketball Wien dieses besondere Jubiläum mit einer Gala. Im Mittelpunkt standen Persönlichkeiten, die sich über Jahrzehnte mit großem Engagement für seine Entwicklung eingesetzt haben.

Die Historie des Wiener Basketballs lässt sich mitnichten in einem einzigen Artikel erzählen. Dahinter stehen unzählige Menschen, Vereine und Begegnungen, deren Bedeutung sich nicht allein an Titeln und Ergebnissen messen lässt. Wollte man all das angemessen würdigen, würde wohl selbst ein ganzes Buch nicht ausreichen.

Stellvertretend für die vielen Menschen, die dazu beigetragen haben, möchten wir einige jener Persönlichkeiten näher vorstellen, die im Rahmen der Jubiläumsgala für ihre besonderen Verdienste ausgezeichnet wurden.

Basketball-Wien-Präsident Thomas Holzgruber eröffnete den Festabend und begrüßte die geladenen Gäste im Courtyard by Marriott Vienna, ehe Sportstadtrat Peter Hacker über die Bedeutung des Basketballs für die Bundeshauptstadt und dessen weitere Entwicklung sprach.

Ein besonderer Moment war die Ehrung von Altbundeskanzler Franz Vranitzky, der in jungen Jahren selbst aktiv Basketball spielte und dem Sport bis heute verbunden ist. Sportstadtrat Hacker überreichte ihm persönlich den Lifetime Achievement Award.

Auch der frühere Bildungs- und Wissenschaftsminister und heutige Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), Heinz Faßmann, selbst einst aktiver Basketballer, beteiligte sich mit einer Videogrußbotschaft an den Feierlichkeiten.

Lebenswerke, die den Basketball geprägt haben

Peter Krappel rief 1990 das Wiener Osterturnier ins Leben und entwickelte es zu einem der größten Nachwuchsbasketballturniere Europas. Bei der Ausgabe 2026 nahmen mehr als 500 Mannschaften mit rund 5.000 Spielerinnen und Spielern teil. Über 1.700 Begegnungen wurden in Wiener Sporthallen ausgetragen.

Auch international erhielt die Veranstaltung Anerkennung: 2007 wurde sie mit dem Umweltpreis der Stadt Wien ausgezeichnet, 2016 kürte FIBA Europe das Turnier zum „Tournament of the Year“. Seit 2024 dient es zudem als Plattform für die FIBA-Schiedsrichterentwicklung. Krappel selbst war auch als Trainer in der Bundesliga und bei Nachwuchsnationalteams tätig.

Michael und Gertrude „Gerti“ Danek gründeten den BC Vienna 87 und widmeten sich über viele Jahre der Betreuung junger Spielerinnen und Spieler. Darüber hinaus übernahmen sie Aufgaben im Wiener Basketballverband, unter anderem im Straf- und Einspruchssenat sowie bei Generalversammlungen.

Anton Fruewirth engagierte sich als langjähriger Obmann und Funktionär bei WAT Simmering und Donaustadt und übernahm Verantwortung für die Vereinsarbeit. Krappel, das Ehepaar Danek und Fruewirth wurden jeweils mit einem Lifetime Achievement Award ausgezeichnet.

Wegbereiter des Mädchen- und Damenbasketballs

Brigitta Zahour begleitete die Entwicklung des Damenbasketballs in Wien und Österreich über Jahrzehnte. Sie koordinierte den Wiener Schulmilchcup und gehörte lange dem Vorstand des Wiener Basketballverbands an. Für ihre Verdienste wurde sie mit einem Lifetime Achievement Award ausgezeichnet.

Dieselbe Ehrung erhielt Sascha Fuchs-Robetin, der als Gründer und treibende Kraft hinter den Basket Flames insbesondere die Nachwuchsarbeit sowie den Mädchen- und Frauenbasketball vorantrieb. Zusätzlich übernahm er als Finanzreferent Verantwortung innerhalb des Verbands.

Katalin Levai war lange als Trainerin und Funktionärin bei BC Vienna 87 tätig und engagiert sich mittlerweile bei Vienna United. Ihre Arbeit umfasst die Betreuung von Spielerinnen im Breiten- und Leistungssport. Nilay Mazman setzte sich insbesondere bei UAB für den weiblichen Nachwuchs ein und ist dort heute erneut als Sektionsleiterin tätig. Beide wurden mit Silber ausgezeichnet.

Engagement auf und abseits des Spielfelds

Wo Mannschaften aufeinandertreffen, braucht es auch Menschen, die für einen geregelten Wettbewerb sorgen. Drei der Auszeichnungen in Silber gingen deshalb an Persönlichkeiten aus dem Schiedsrichterwesen.

Erich Kratschmer leitete Begegnungen auf Wiener, nationaler und internationaler Ebene und war darüber hinaus als FIBA-Kommissar tätig. Wolfgang Kirnbauer übernahm im Laufe seiner Laufbahn zahlreiche Funktionen: als Referee, Spieler, Trainer, Funktionär und Generalsekretär des Wiener Basketballverbands. Alexander Eger war ebenfalls über viele Jahre als Schiedsrichter aktiv und unterstützte den Verband zusätzlich als Rechtsreferent.

Eine Auszeichnung in Gold erhielt Arno Behm. Neben seiner jahrzehntelangen Tätigkeit bei den UKJ Rockets Simmering brachte er seine juristische Erfahrung in die Verbandsarbeit ein, insbesondere bei rechtlichen Angelegenheiten, im Einspruchssenat und bei Generalversammlungen.

3×3 erobert Wien

Dass Basketball längst nicht mehr ausschließlich in der klassischen Fünf-gegen-fünf-Variante stattfindet, zeigt die Entwicklung des 3×3-Basketballs. Für seinen Einsatz in diesem Bereich wurde der ehemalige Basketball-Austria-Präsident Gerald Martens mit einem Sonderpreis geehrt.

2023 war der Wiener Rathausplatz Schauplatz der FIBA 3×3-Weltmeisterschaft. Im Endspiel lieferten sich Serbien und die USA ein dramatisches Duell, das die serbische Auswahl mit 21:19 für sich entschied. Es war wohl eines der denkwürdigsten Endspiele der 3×3-Geschichte.

Nur ein Jahr später schrieb Österreich auf der Kaiserwiese im Prater selbst Sportgeschichte. Bei der Europameisterschaft 2024 setzte sich das Nationalteam im Finale mit 18:17 gegen Serbien durch und krönte sich erstmals zum Europameister. Auch Österreichs Rollstuhlbasketballer feierten EM-Gold.

2025 wurde Wien erstmals Austragungsort eines Masters der FIBA 3×3 World Tour, 2026 kehrte die Veranstaltung an den Heumarkt zurück. Damit hat sich die Bundeshauptstadt als jährlicher Austragungsort im internationalen Tourkalender etabliert und zählt inzwischen zu den festen Stationen der weltweit ausgetragenen Turnierserie.

Die Menschen hinter dem Verband

Abseits internationaler Turniere und großer Finalspiele sorgen die Verantwortlichen im Verband dafür, dass Meisterschaften organisiert, Spielpläne erstellt, Vereine betreut sowie Schiedsrichter und Trainer ausgebildet werden.

Zu ihnen gehört Karin Heimerl, die seit über 25 Jahren mit ihrer Erfahrung und ihrem unermüdlichen Einsatz eine tragende Säule der Verbandsarbeit ist.

Roland Schönhofer übernimmt zunehmend Aufgaben im Tagesgeschäft und ist zugleich im Sportreferat tätig. Darüber hinaus leitet er die Vienna Basketball Academy und betreut die Vienna Coach Clinic, die sich längst als feste Größe in der heimischen Trainerfortbildung etabliert hat und einen ausgezeichneten Ruf genießt.

Zum Team gehört auch Petra Hönig, die sich insbesondere um die Betreuung und Organisation der Mini-Schiedsrichter kümmert. Gemeinsam mit Schönhofer war sie zudem für die Organisation der Jubiläumsgala verantwortlich.

Auch die Öffentlichkeitsarbeit von Basketball Wien wurde auf ein neues Niveau gehoben. Mit einem umfassenden Redesign, einem modernisierten Webauftritt, einer stärkeren Präsenz in den sozialen Medien und einer professionellen redaktionellen Berichterstattung präsentiert sich der Verband heute zeitgemäßer und einheitlicher.

Unser besonderer Dank gilt allen Genannten ebenso wie Präsident Holzgruber, dem Vorstand und dem gesamten Team, die mit ihrem Engagement in unterschiedlichsten Funktionen zum Erfolg von Basketball Wien beitragen.

Wien auf der europäischen Basketballbühne

Über viele Jahre blieb Wien im Basketball hinter seinen Möglichkeiten zurück. Gemessen an der Größe der Stadt, ihrer sportlichen Tradition und dem vorhandenen Potenzial spielte die Bundeshauptstadt international eine vergleichsweise geringe Rolle. Doch das beginnt sich aus mehreren Gründen zu ändern.

Die Stadt Wien schafft mit Investitionen in die sportliche Infrastruktur wichtige Voraussetzungen für diesen Aufschwung. Die neue Sport Arena Wien und der zuletzt eröffnete Basketballcourt am Pier 22 auf der Donauinsel stehen beispielhaft dafür. Von modernen Trainings- und Wettkampfstätten bis zu frei zugänglichen Spielflächen entstehen damit Räume, die den Vereins- und Nachwuchssport stärken und mehr Menschen für Basketball begeistern können.

Ein wesentlicher Schritt war der Einstieg von BC Vienna in die AdmiralBet ABA League zur Saison 2025/26. Seither stehen regelmäßig Begegnungen mit namhaften Klubs aus Südosteuropa, darunter einigen Schwergewichten des europäischen Basketballs, auf dem Programm. Seit der Saison 2026/27 ist der Verein zudem erstmals im FIBA Europe Cup vertreten.

Maßgeblich an dieser Entwicklung beteiligt sind Stjepan und Petar Stazić, die beide an der Jubiläumsgala teilnahmen. In den vergangenen 16 Jahren haben die Brüder den Klub aufgebaut und sportlich vorangebracht. Das bisher Erreichte soll dabei erst der Anfang sein: Die Ambitionen für die kommenden Jahre sind hoch.

Wie weit die Ambitionen reichen, zeigen auch die Gespräche rund um NBA Europe. Seit rund zwölf Monaten steht BC Vienna dazu in direktem Austausch. Das bestätigte Stjepan Stazić in einem auf Instagram veröffentlichten Teaser zum klubinternen Format „Die ganze Wahrheit“. Die vollständige Folge soll demnächst auf YouTube erscheinen.

Auch im Nachwuchsbereich werden neue Wege beschritten. Mit BCV und den Vienna Timberwolves haben sich erstmals zwei Wiener Vereine für eine gemeinsame internationale Nachwuchsarbeit zusammengeschlossen. Die Kooperation setzt ein Zeichen für vereinsübergreifende Zusammenarbeit und eröffnet jungen Talenten zusätzliche Möglichkeiten, sich auf internationaler Ebene zu beweisen.

Von 27. bis 29. November 2026 richtet BC Vienna zudem eines der beiden neu geschaffenen Vorqualifikationsturniere der adidas NextGen EuroLeague aus. Acht U18-Mannschaften treffen dabei in Wien aufeinander. Erstmals gastiert damit der renommierteste europäische Nachwuchsbewerb in Österreich.

Ein Basketballspektakel in neuer Dimension

Doch nicht nur im Nachwuchsbereich stehen besondere Ereignisse bevor. Am 9. Jänner 2027 wartet mit dem Heimspiel gegen den serbischen EuroLeague-Klub KK Partizan Mozzart Bet ein weiteres Highlight. Austragungsort ist die Wiener Stadthalle D, die mit einer Kapazität von rund 10.000 Zuschauern den Rahmen für ein Basketballspektakel in einer Größenordnung bietet, wie es Österreich noch nie erlebt hat.

Die Jubiläumsgala war damit weit mehr als ein Rückblick auf die Menschen, die den Basketball in Wien geprägt haben. Sie stand zugleich für den Aufbruch in ein neues Kapitel. Wir blicken mit Stolz zurück und mit großer Zuversicht nach vorne. Denn die Zukunft des Wiener Basketballs verspricht einiges.