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ABA League: BC Vienna geht mit Rückenwind ins Heimspiel gegen Spartak

Am Freitag, dem 16. Jänner (21.00 Uhr), kommt es im Hallmann Dome zum Wiedersehen zwischen BC Vienna und KK Spartak Subotica. Nach der 79:66-Niederlage im Hinspiel und dem jüngsten Statement-Sieg gegen den Tabellenführer Cedevita Olimpija geht Vienna mit neuem Selbstverständnis in das wichtige Duell der Gruppe B der ABA League.

Das erste Aufeinandertreffen im vergangenen Oktober war über weite Strecken ein Spiel auf Augenhöhe. Vienna neutralisierte Spartaks frühe Runs mit Ballmovement und Spacing, übernahm im dritten Viertel kurzzeitig die Führung, verlor nach einem Timeout der Gastgeber jedoch den offensiven Rhythmus. Der folgende 8:0-Run zeigte, wo in dieser Liga die Grenze verläuft: Entscheidungen unter Druck, Wurfauswahl nach Unterbrechungen und die Kontrolle des Tempos.

Seither hat sich die Dynamik verschoben. Spiele gegen Crvena Zvezda, KK Zadar und KK Mega waren Lernfelder, in denen Vienna mehrfach nahe dran war, im Schlussviertel jedoch nicht den letzten Schritt setzen konnte. Diese Erfahrungen waren zuletzt im Auftritt gegen Cedevita sichtbar.

Vienna kommt mit Momentum aus einem Sieg, der von Physis, einem klaren Spielbild im Halbfeld und konsequenter Konzentration über die gesamte Spielzeit getragen war. Die Serben reisen hingegen mit dem Anspruch an, ihre defensive Identität und Routine erneut durchzusetzen.

Wie NBA-Coach-Legende Gregg Popovich es einmal treffend formulierte, entscheidet weniger der Aufwand als die Aufmerksamkeit für Details. Genau diese Konstanz über 40 Minuten war zuletzt der Schlüssel für Vienna.

Noch offen ist der Einsatz am 15. Spieltag von Luka Ašćerić, Tekele Cotton und Vojislav Stojanović. Fix fehlen wird hingegen Borislav Mladenov, der aufgrund von Wadenproblemen bis Ende Jänner pausieren muss.

Spielentscheidende Aspekte

Spartak bevorzugt kontrolliertes Halbfeldspiel, frühe Vorteile aus dem Pick-and-Roll und eine kompakte, disziplinierte Teamverteidigung. Vienna muss das Tempo bestimmen, Ballverluste minimieren und nach Penetration die freien Räume konsequent nutzen.

Im Hinspiel fehlte phasenweise die Konstanz aus der Distanz, um Spartaks Helpside unter Druck zu setzen. Entscheidend wird sein, wie konstant die Guards Pull-ups und Catch-and-Shoot-Looks aus Setplays verwerten.

Spartak gehört zu den physischeren Teams der Gruppe, besonders am defensiven Brett. Vienna braucht kollektives Rebounding, saubere Boxouts und schnelle Outlets, um Second-Chance-Points zu verhindern und selbst zusätzliche Possessions zu generieren. Jede erzwungene Transition verschiebt das Spiel zugunsten der Wiener. Entscheidend wird sein, ob Vienna die zuletzt gezeigte Ruhe auch in der Crunch bestätigt.

MVP als Taktgeber

Der offensive Fixpunkt ist Souley Boum, der in der vergangenen ABA-Runde zum MVP gewählt wurde. Boum kontrollierte zuletzt Pace und Shot Selection, erzeugte konstant Vorteile aus dem Pick-and-Roll und traf in der Crunchtime entscheidende Würfe. Gegen Spartak wird entscheidend sein, wie gut er Ball Pressure absorbiert, die Defense bindet und Reads unter Druck sauber ausspielt. Gelingt es dem 26-Jährigen US-Amerikaner, findet Vienna offensiv in den Rhythmus.

Entlastung und zusätzliche Shot Creation bringt Gregor Glas. Der Guard kann an einem guten Tag ein Spiel offensiv tragen, geht konsequent zum Korb, trifft aus dem Dribbling und kommt über Cuts und Bewegung ohne Ball immer wieder zu guten Abschlüssen. 

Der ehemalige Spieler von KK Partizan hat offensiv viel unter Željko Obradović gelernt, was sich in seiner Entscheidungsfindung und seinem Spielverständnis widerspiegelt. Besonders dann, wenn Spartak Boum aggressiv aus dem Spiel nehmen will, wird Glas’ Shotmaking zu einem zentralen Faktor.

Direkt daran gekoppelt ist das Spacing für Sammy Hunter. Der Forward traf gegen Cedevita drei seiner vier Dreierversuche und bestrafte konsequent die Helpside. Seine Präsenz an der Dreierlinie verlängert Closeouts, öffnet Räume für den Zug zum Korb und schafft zusätzliche Optionen aus dem Pick-and-Roll.

Spartak: Kontrolle über Tempo und Physis

Im Backcourt liegt viel Verantwortung bei Olivier Hanlan. Der Kanadier ist Spartaks primärer Shot-Creator, trägt eine hohe Minutenlast und bestimmt Tempo und Rhythmus im Halbfeld, besonders in engen Phasen. Neben ihm fungiert Igor Drobnjak als ordnender Guard, der das Spiel organisiert, Fouls zieht und defensiv Druck am Point of Attack erzeugt. 

Die Rollenverteilung erinnert an das Guard-Duo Gibson/Nikolić bei Cedevita, das Vienna zuletzt über weite Strecken gut im Griff hatte. Einzelne schwierige Würfe ließen sich dabei nicht verhindern, was weniger ein Defensivproblem als Ausdruck individueller Qualität war.

Im Frontcourt ist Shevon Thompson der zentrale Anker. Der Center zählt zu den effizientesten Big Men im Spartak-Kader, ist stark im Low-Post, kontrolliert das defensive Rebounding und bringt konstante physische Präsenz in der Zone. Vienna wird ihn früh attackieren müssen, um Fouls zu ziehen und die Rotation zu testen.

Flankiert wird Thompson von Vojin Medarević und Danilo Nikolić, die als mobile Forwards rebounden, Spacing herstellen und defensiv mehrere Positionen abdecken. Auf Wiener Seite dürfen sich Rašid Mahalbašić sowie Simas Jarumbauskas als vielseitiger Forward einmal mehr auf ein interessantes Matchup freuen.

Zwischen Bestätigung und Belastungsprobe

Vienna-Head Coach Mike Coffin hat zuletzt gezeigt, dass sein Team die richtigen Lehren ziehen kann. Das Rückspiel vor heimischer Kulisse ist weniger Revanche als eine Belastungsprobe für das neu gewonnene Selbstvertrauen. Gelingt es Vienna, Tempo, Spacing und Intensität zu reproduzieren, ist das Match offen bis in die Crunch.

Tickets für das Spiel sind über bcvienna.com erhältlich.