ABA League: BC Vienna vor Heimspiel gegen SC Derby
Nach dem Auswärtsspiel in Čačak richtet sich der Blick von BC Vienna wieder auf den Hallmann Dome. Am morgigen Samstag (18.00 Uhr) empfangen die Wiener in Runde vier der ABA-League-Play-Out-Phase SC Derby aus Podgorica – ein Duell, das auch tabellarisch Gewicht besitzt.
Die Ausgangslage ist klar: Vienna liegt aktuell mit fünf Siegen auf Rang acht, während SC Derby mit vier Erfolgen unmittelbar dahinter folgt. Jeder Sieg kann im engen Play-Out-Feld entscheidend sein, wenn es um die weitere Platzierung und die Chancen auf das Play-In geht.
Beide Teams gehen zudem nicht mit der besten Form in die Partie. Vienna gewann nur eines der letzten fünf Spiele in der ABA League, während SC Derby im selben Zeitraum zwei Erfolge verbuchen konnte.
Dichte Woche im nationalen Spielbetrieb
Auch im nationalen Spielbetrieb liegt eine dichte Woche hinter BC Vienna. Am vergangenen Montag setzten sich die Wiener im Dome gegen die Flyers Wels durch und feierten einen wichtigen Heimsieg in der Platzierungsrunde der Basketball Superliga.
Keine 51 Stunden später stand bereits die nächste Partie im nationalen Wettbewerb an – diesmal gegen Kapfenberg. Aufgrund der bekannten Terminüberschneidungen und der kurzen Regenerationszeit zwischen BSL und ABA League entschied sich der Klub jedoch, den Fokus klar auf den internationalen Bewerb zu legen.
Vienna trat daher mit einer U19-Auswahl an. Die junge Mannschaft hielt gegen die Steirer lange dagegen und bot dem Favoriten über weite Strecken Paroli. Besonders auffällig präsentierte sich Aron Stazić, der mit 34 Punkten eine starke individuelle Leistung zeigte. Der 18-Jährige, der kürzlich im österreichischen Herren-Nationalteam debütierte, sammelte damit weiteres Selbstvertrauen.
Personell kann Head Coach Mike Coffin für das kommende Spiel nahezu aus dem Vollen schöpfen. Bis auf Gregor Glas, der weiterhin ausfällt, steht dem Trainer der komplette Kader zur Verfügung.
Ein junges Team aus Podgorica
Der kommende Gegner SC Derby stammt aus Podgorica und trat lange unter dem Namen KK Studentski centar an, bevor der Klub 2021 im Zuge eines Sponsoringdeals umbenannt wurde. Gegründet wurde der Verein ursprünglich vom Studentenkomplex der montenegrinischen Hauptstadt und entwickelte sich in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil der ABA League.
Über viele Jahre galt der Klub zudem als enge Partnerorganisation von KK Budućnost Podgorica, dem erfolgreichsten Basketballverein Montenegros, und diente häufig als Plattform für junge Spieler aus der Region.
Den größten Erfolg der jüngeren Klubgeschichte feierte SC Derby 2023 mit dem Gewinn des ABA Supercups, als das Team im Finale überraschend KK Partizan besiegte. Auch sportlich setzt der Klub traditionell auf eine junge Rotation, die mit viel Tempo und Energie spielt.
Das Herzstück der Mannschaft
Im Zentrum des Spiels steht Forward Aleksa Ilić, der statistisch klar herausragt. Mit 276 Punkten, 140 Rebounds und dem mit Abstand höchsten Effizienzwert im Team bildet er das offensive Fundament der Mannschaft.
Im Backcourt übernimmt vor allem Mateo Drežnjak Verantwortung. Der Guard führt das Team bei der Einsatzzeit an und kommt auf 171 Punkte sowie 76 Assists, womit er eine zentrale Rolle im Spielaufbau einnimmt.
Unterstützt wird er von Darius Johnson, der ebenfalls zu den offensiven Hauptoptionen zählt, während Emir Hadžibegović im Frontcourt für physische Präsenz unter den Körben sorgt.
Statistisch unterschiedliche Profile
Ein Blick auf die Teamzahlen zeigt zwei unterschiedliche Profile. BC Vienna gehört im Play-Out zu den offensiv produktiveren Teams der Liga und erzielt im Schnitt 84,1 Punkte pro Spiel, während SC Derby auf 78,7 Punkte kommt.
Auch bei der Effizienz aus dem Feld liegen die Wiener leicht vorne – sowohl im Zweipunktebereich als auch von der Freiwurflinie. SC Derby präsentiert sich hingegen defensiv etwas stabiler. Die Mannschaft aus Podgorica lässt im Schnitt 83,4 Punkte zu, während Vienna aktuell über 90 Punkte pro Partie kassiert. Auffällig ist zudem die Präsenz am Ring: Mit über drei Blocks pro Spiel gehört Derby zu den besseren Shotblocking-Teams im Play-Out.
Im Backcourt könnte es zudem zu einem interessanten direkten Duell kommen. Während Souley Boum bei Vienna mit durchschnittlich 16,7 Punkten und 3,9 Assists zu den wichtigsten Offensivspielern zählt, übernimmt bei SC Derby häufig Matic Rebec Verantwortung im Spielaufbau.
Direktes Duell im Play-Out
Die tabellarische Nähe macht das Aufeinandertreffen zusätzlich interessant. Während Vienna aktuell auf Rang acht liegt, folgt SC Derby nur einen Platz dahinter.
Für beide Teams ist die Partie daher mehr als nur ein weiteres Spiel im Kalender. Ein Erfolg könnte im engen Play-Out-Rennen wertvolle Punkte bringen – auch im Kampf darum, Abstand zur Abstiegszone zu gewinnen und die Teilnahme an der ABA League für die kommende Saison abzusichern.
Am Ende zählt jedoch nur die Gegenwart: Wenn beim ersten Aufeinandertreffen beider Klubs der Ball zum Tipoff steigt, geht es für Vienna darum, die eigene Offensivstärke auszuspielen, einen direkten Konkurrenten in der Tabelle auf Distanz zu halten und gleichzeitig den Anschluss an die Plätze darüber nicht zu verlieren.
Foto: CrownCapture
