Ausverkaufter Dome: BC Vienna empfängt Bosna zum heißen Tanz
Im ausverkauften Hallmann Dome treffen am Donnerstagabend (20.30 Uhr) zwei Teams mit unterschiedlicher Zielsetzung aufeinander. BC Vienna will sich mit einem weiteren Erfolg eine möglichst gute Ausgangsposition für das Play-Out erarbeiten, KK Bosna Sarajevo kämpft um den direkten Einzug in die Top-8-Phase der ABA League. Die Vorzeichen sind klar, die Spannung entsprechend hoch.
Für Vienna ist das Duell Teil eines extrem dichten Programms. Nach dem reifen ABA-League-Auftritt am Montag gegen KK Crvena Zvezda folgte am Mittwoch bereits das Nachtragsspiel in der Basketball Superliga gegen SKN St. Pölten Basketball, das im Hinblick auf den heimischen Playoff-Kurs von Bedeutung war und mit 101:94 gewonnen werden konnte.
Nach dem Heimspiel gegen Bosna geht es am 1. Februar in der BSL auswärts bei den Swans Gmunden weiter. Kaum Regeneration und keine klassischen Trainingsblöcke bedeuten für die Spieler eine hohe körperliche Belastung.
Umso mehr ist das gesamte Staff gefordert. Head Coach Mike Coffin, Ivan Širiščević und Dragan Bajić müssen die Minuten gezielt steuern, um Überlastungen zu vermeiden und den Kader durch diese intensive Phase hindurch einsatzfähig zu halten. Bosna kam zuletzt vor vier Tagen bei der Auswärtsniederlage in Podgorica gegen KK Budućnost zum Einsatz und geht damit mit etwas mehr Regenerationszeit in diese Begegnung.
Rückblick: knappe Entscheidung im Hinspiel
Das erste Aufeinandertreffen der beiden Teams in dieser Saison ging knapp an Bosna. In Runde 5 im vergangenen November musste sich BC Vienna auswärts nach einer intensiven Partie mit 71:68 geschlagen geben. Die Wiener führten rund dreieinhalb Minuten vor dem Ende noch mit 68:63, blieben in der Schlussphase jedoch ohne weiteren Punkt. Ein später Run der Gastgeber drehte das Spiel.
Über weite Strecken war die Begegnung von hoher Intensität und physischer Defense geprägt. Vienna kontrollierte Tempo und Rhythmus, ehe Ballverluste in der Crunchtime den Ausschlag gaben. Angeführt von Kapitän Miralem Halilović nutzte Bosna diese Phase konsequent aus.
Match-up im Fokus – und darüber hinaus
Im Zentrum steht das Duell zweier offensiver Fixpunkte. Souley Boum ist Wiens primäre Option im Backcourt, treibt das Tempo, kreiert Würfe und trägt Verantwortung in engen Phasen. Auf der Gegenseite gibt Alfonso Plummer den Ton an, ein Scorer, der Spiele mit wenigen Aktionen entscheiden kann.
Doch diese Partie wird nicht im Eins-gegen-eins entschieden. Vienna verteilt seine offensive Last bewusst auf mehrere Schultern. Neben Gregor Glas und Rašid Mahalbašić sind auch Sammy Hunter und Simas Jarumbauskas Faktoren in der Crunchtime, wenn Entscheidungen fallen und Fehlerlosigkeit gefragt ist.
Bei Bosna reicht der Blick über das reine Scoring hinaus. Die Nationalspieler Edin Atić und Miralem Halilović prägen das Spiel auf unterschiedliche Weise. Atić steht als Forward die meisten Minuten auf dem Parkett, bringt Physis, defensive Präsenz und Wirkung über mehrere Positionen hinweg und hält Lineups zusammen, ohne im Vordergrund stehen zu müssen.
Halilović sorgt unter den Körben für Räume, sichert Rebounds und verleiht dem Spiel die nötige Härte. Am Ende geht es nicht darum, wer die meisten Punkte macht. Es geht darum, wer Kontrolle übernimmt, wenn das Spiel kippt.
Die „Studenti“ stehen dabei weiterhin für eine tief verankerte Basketball-Tradition, die untrennbar mit dem Namen Mirza Delibašić verbunden ist, auch wenn der Europapokalsieg bereits 47 Jahre zurückliegt.
Zwei Teams auf Augenhöhe
Die Zahlen zeichnen ein klares Bild: Dieses Spiel ist eng. Beide Teams bewegen sich offensiv auf ähnlichem Niveau, Vienna erzielt im Schnitt etwas mehr Punkte und verteilt die Verantwortung auf mehrere Schultern, Bosna setzt stärker auf kontrollierte Abschlüsse aus dem Halbfeld.
Unter dem Korb treffen unterschiedliche Ansätze aufeinander. Vienna arbeitet konsequent am defensiven Brett, Bosna bringt mehr Präsenz in der Zone ein. Rebounds und zweite Chancen werden dabei nicht nur ein Detail, sondern ein Faktor.
Auch bei der Wurfeffizienz liegen beide Mannschaften nahe beisammen. Vienna zeigt sich stabiler aus der Distanz und von der Linie, Bosna nutzt seine Vorteile in Korbnähe. Defensiv lassen die Bosnier weniger zu, während Vienna über Aktivität und Ballgewinne Tempo erzeugt.
Am Ende geht es nicht um einen einzelnen Wert. Es geht um Details, defensive Entscheidungen unter Druck, Rebounds, Entscheidungen in der Crunchtime und darum, wer die Belastung besser wegsteckt. Mehr braucht dieses Spiel nicht: ausverkauft, international und von Bedeutung für den Basketball in Wien und Österreich.
Foto: Bosna BH Telecom/Ednan Turalić
