BC Vienna gastiert bei Mega: Crunchtime als Schlüssel
BC Vienna steht am Montagabend (19.00 Uhr) vor der nächsten Aufgabe in der Adriatic Basketball Association (ABA). Nach dem bitteren Aus im Cup am vergangenen Wochenende gegen die Flyers Wels richtet sich der Fokus wieder vollständig auf den internationalen Ligabetrieb. Auswärts bei KK Mega Basket treten die Wiener zu einem richtungsweisenden Duell an.
Die Ausgangslage wird wesentlich durch das Hinspiel geprägt, das Vienna im Oktober im Hallmann Dome mit 88:81 für sich entscheiden konnte. Mega präsentierte sich bereits im ersten Duell als junges, aggressives Team mit klarer Ausrichtung auf frühe Abschlüsse und Druck über das gesamte Feld. Über weite Strecken verlief die Partie ausgeglichen. Mega entschied das erste und dritte Viertel für sich, die Wiener hielten dagegen und setzten im Schlussabschnitt die entscheidenden Akzente.
Mit einem 21:14 im letzten Viertel drehte das Team von Head Coach Mike Coffin die Partie endgültig zu seinen Gunsten. Gerade nach dem emotionalen Cup-Wochenende sei es nun wichtig, schnell wieder in den Wettbewerbsmodus zu finden, wie Coffin betont. Nach der Enttäuschung müsse sich die Mannschaft rasch neu ausrichten, mentale Stärke werde gegen ein Team wie Mega ein zentraler Faktor sein, um auf dem eigenen Leistungsniveau zu agieren.
Erfahrung und Spielkontrolle
Ausschlaggebend im Hinspiel war weniger die Wurfquote als die Entscheidungsfindung in der Crunchtime. Der Hauptstadtklub agierte abgeklärter, traf bessere Entscheidungen im Halbfeld und reduzierte Ballverluste, während Mega in den entscheidenden Minuten an Kontrolle einbüßte. Insgesamt leisteten sich die Wiener im gesamten Spiel nur zwölf Turnover, Mega hingegen 23. Dieser Unterschied wirkte sich insbesondere im vierten Viertel direkt auf Spielrhythmus und Shot Selection aus.
Auch individuell spiegelte sich dieser Vorteil wider. Gregor Glas führte Vienna mit 20 Punkten an, Rašid Mahalbasić prägte das Spiel als Fixpunkt im Halbfeld und aus dem Post, während Simas Jarumbauskas mit Physis und Rebounding im Frontcourt präsent war. Auf Seiten von Mega stach Savo Drezgić mit 22 Punkten heraus.
In der Schlussphase kamen Erfahrung und klare Rollenverteilung bei den Wienern deutlich zum Tragen. Mahalbasić übernahm Verantwortung als ordnender Faktor im Halbfeld und aus dem High Post, Glas sorgte für konstantes Scoring, Jarumbauskas sicherte den Frontcourt physisch ab. Vienna gelang es, das Spiel in der entscheidenden Phase zu kontrollieren und Mega nicht dauerhaft ins offene Feld kommen zu lassen.
Voraussetzungen für das Rückspiel
Trotz der Niederlage offenbarte Mega im Hinspiel ein gefährliches offensives Profil. Die Serben generierten viele zweite Chancen, agierten im Umschaltspiel aggressiv und suchten konsequent frühe Abschlüsse. Spieler wie Savo Drezgić, Lazar Gačić oder Urban Kroflič prägten das Offensivspiel mit Tempo, Drives und Dynamik. In Phasen hoher Pace konnte Mega Druck aufbauen, verlor jedoch im Set Play an Effizienz.
Für das Rückspiel in Belgrad wird es für Vienna erneut entscheidend sein, das Tempo zu kontrollieren und das Spiel in strukturierte Phasen zu lenken. Rebounding, insbesondere in der defensiven Absicherung, sowie saubere Entscheidungen nach Ballbesitzwechseln bleiben zentrale Faktoren. Auch Aron Stazić verweist in diesem Zusammenhang auf die Reaktion des Teams nach dem Cup-Wochenende.
Entscheidend sei, wie geschlossen und mit welcher Energie die Mannschaft auftrete, zumal Mega mit viel Intensität spiele. Die Erfahrung der Routiniers müsse dabei mit der Dynamik der jüngeren Spieler verbunden werden, um bestehen zu können. „Nach der Enttäuschung im Cup müssen wir uns schnell neu ausrichten. Mega ist ein sehr starkes Team, mentale Stärke wird entscheidend sein, um auf unserem besten Niveau zu spielen“, betont der 18-Jährige Stazić.
Kontrolle unter Druck
Das Hinspiel hat gezeigt, dass Vienna in engen Situationen über die größere Reife verfügt. Ob sich dieser Vorteil auch in Belgrad durchsetzt, wird maßgeblich davon abhängen, ob es den Wienern gelingt, das Spiel erneut bis in die Crunchtime kontrolliert zu halten und Mega nicht über längere Phasen ins offene Feld kommen zu lassen.
Auch sportlich bietet die Partie eine Perspektive. In der Premierensaison hätte BC Vienna mit einem Auswärtserfolg die Möglichkeit, eine Niederlagenserie von sieben Spielen zu beenden.
Group B
ABA League Tabelle| # | Club | GP | W | L | PF/PA | +/- | P |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | KK Budućnost | 11 | 9 | 2 | 1002:892 | 110 | 20 |
| 2 | KK Cedevita Olimpija | 11 | 9 | 2 | 980:873 | 107 | 20 |
| 3 | KK Crvena Zvezda | 10 | 7 | 3 | 909:809 | 100 | 17 |
| 4 | KK Spartak | 11 | 6 | 5 | 886:880 | 6 | 17 |
| 5 | KK Bosna | 11 | 6 | 5 | 902:920 | -18 | 17 |
| 6 | KK Zadar | 12 | 4 | 8 | 983:1001 | -18 | 16 |
| 7 | KD Ilirija | 11 | 3 | 8 | 872:943 | -71 | 14 |
| 8 | KK Mega | 11 | 3 | 8 | 905:1020 | -115 | 14 |
| 9 | BC Vienna | 10 | 2 | 8 | 775:876 | -101 | 12 |
