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BC Vienna ohne Spielraum im Play-In-Rennen

Mit dem Sieg in Split hat sich BC Vienna wieder in Position gebracht und ein wichtiges Break geholt. Die Niederlage zuhause gegen FMP hat diesen Vorteil jedoch direkt wieder verspielt. Bei einer Bilanz von 7:14 bleibt kein Spielraum mehr, Siege sind jetzt Pflicht.

In der sechsten Runde des ABA League Play-Outs empfängt BC Vienna morgen vor heimischem Publikum KK Borac Čačak im Hallmann Dome. Tip-off ist um 20.30 Uhr, mit direkter Bedeutung für das Play-In-Rennen.

Die Tabelle lässt wenig Interpretationsspielraum. Bei noch fünf ausstehenden Spielen ist KK Spartak Subotica faktisch durch. Ein weiterer Sieg würde das Play-In endgültig absichern, die Frage ist nur noch, ob man die Phase auf Platz eins oder zwei beendet.

Im direkten Vergleich mit dem Verfolgerfeld hat KK Mega die klar beste Ausgangsposition. Zwei Siege aus den verbleibenden fünf Spielen würden die Tür zum Play-In weit öffnen, da die Konkurrenz dann mindestens vier Siege aus den verbleibenden fünf Spielen benötigen würde, um vorbeizuziehen.

Frühe Kontrolle, keine echte Antwort

Das erste Aufeinandertreffen in Čačak hat den Verlauf früh vorgezeichnet. Borac ging mit 28:21 aus dem ersten Viertel und hielt diesen Vorsprung über die gesamte Spielzeit. BC Vienna konnte den Abstand im Schlussviertel zwar verkürzen, kam aber nie in eine Situation, in der das Spiel auf eine Possession reduziert wurde.

Die Zahlen zeichnen ein klares Bild. Vienna produzierte 24 Turnover, Borac nur 15. Diese Differenz hat nicht nur Angriffe gekostet, sondern Borac immer wieder direkte Vorteile verschafft. Gleichzeitig verlor Vienna das Rebound-Duell mit 23:32 und gab damit zusätzliche Würfe ab.

Dazu kam die Effizienz von Borac inside mit 66,7 Prozent, ein Wert, der zeigt, dass defensiv kein Zugriff auf die Abschlüsse in der Zone bestand. Genau diese Faktoren verhinderten, dass die Gäste aus Wien das Spiel jemals unter Kontrolle bringen konnten.

Vienna fand keine Antworten

Borac entschied das Spiel über seine Achse. Marko Jošilo setzte mit 16 Punkten den offensiven Ton, Nikola Manojlović brachte die notwendige Präsenz unter dem Korb, während Pavle Nikolić das Spiel zwischen den Linien verband. Genau diese Kombination bekam Vienna über weite Strecken nicht in den Griff, wodurch Borac konstant zu den Abschlüssen kam, die das Spiel getragen haben.

Auf der anderen Seite lag viel Verantwortung bei Souley Boum, der das Spiel initiierte und als zentrale Option agierte. Dahinter fehlte über längere Phasen die Entlastung, wodurch Angriffe zu oft spät oder unter Druck abgeschlossen wurden. Boum kam zuletzt auf einen Effizienzwert von 46 und gehörte damit zu den herausragenden Spielern der Runde.

Vienna kam zwar immer wieder bis zum Korb, konnte diese Situationen aber zu selten effizient verwerten. Viele Abschlüsse am Ring entstanden ohne klaren Vorteil, wodurch sich kein konstanter offensiver Flow entwickeln konnte.

Für das Rückspiel rückt damit vor allem die Kontrolle im Backcourt in den Fokus. Entscheidend wird sein, wer Tempo und Rhythmus bestimmen kann und es schafft, das Spiel früh zu strukturieren

Wo Vienna ansetzen muss

Für das Rückspiel ergibt sich daraus eine klare Aufgabenstellung. Weniger Ballverluste sind zwingend, weil sie im ersten Spiel direkt in Vorteile für Borac umgewandelt wurden. Gleichzeitig muss die Verteidigung im Zweipunktebereich konsequenter werden, und auch im Rebound geht es darum, die zusätzlichen Possessions zu reduzieren.

Im Dome hat Vienna die Möglichkeit, das Spiel besser zu kontrollieren und den Rhythmus vorzugeben. Entscheidend bleibt jedoch, ob es gelingt, die Fehler aus dem ersten Duell abzustellen und über längere Phasen konsequent zu bleiben. Jetzt zählt nur noch das Ergebnis.

Foto: Duško Radišić