Basketball Austria Cup Finals: Flames und BC Vienna greifen nach Titel
Die Basketball Austria Cup Finals eröffnen das Jahr 2026. Beim Final Four in der Sport Arena Wien wird der erste Titel der Saison vergeben. Mit den Basket Flames bei den Damen und BC Vienna bei den Herren stellt Wien in beiden Bewerben ein Team. Die Bundeshauptstadt rückt damit erneut ins Zentrum des nationalen Basketballgeschehens.
Den Auftakt aus Wiener Sicht bestreiten die Basket Flames. Im Halbfinale treffen sie auf UBSC-DBBC Graz, einen Gegner, den sie aus der laufenden Ligasaison gut kennen. Beide Teams standen sich bereits zweimal gegenüber, wodurch das Duell weniger von Überraschungen als von der Umsetzung bekannter Stärken und Schwächen geprägt sein dürfte.
Beide Teams gehen mit personellen Einschränkungen ins Cup-Halbfinale. Sowohl die Basket Flames als auch UBSC-DBBC Graz haben verletzungs- und krankheitsbedingte Ausfälle zu kompensieren. Flames-Headcoach Stefan Höllerl spricht von einer angespannten Personalsituation, betont jedoch die Bereitschaft seines Teams, dem Gegner über 40 Minuten einen intensiven Kampf zu liefern.
Auch bei Graz ist die Kadersituation angespannt. Mehrere Stammspielerinnen fehlen, Ergänzungen aus der zweiten Mannschaft sind eingeplant. Graz wird offensiv Anpassungen vornehmen müssen, um trotz reduziertem Aufgebot konkurrenzfähig zu bleiben.
Die Flames gehen als Tabellendritter der Damen Superliga ins Final Four. In den bisherigen Ligaduellen setzten sich die Wienerinnen mit 62:44 durch, in Graz folgte eine 77:58-Niederlage. Beide Partien verliefen deutlich unterschiedlich, insbesondere im Rebounding sowie in der Kontrolle der Transition nach Ballverlusten.
Frontcourt-Dominanz und geteilte Verantwortung
Offensiv verteilt sich die Verantwortung bei den Flames auf mehrere Schultern. Pia Jurhar prägt das Spiel vor allem durch ihre Arbeit unter dem Korb. Ligaweit führt sie die Rebound-Wertung an (15,9 RPG), ist Spitzenreiterin bei den Blocks (3,1 BPG) und zählt in der Effizienz zu den auffälligsten Akteurinnen der Liga.
Helena Linder zählt ligaweit zu den Spielerinnen mit den höchsten Einsatzminuten (39:00 MPG) und ist offensiv vor allem im Two-Point-Bereich präsent, ergänzt durch Rebounding. Kapitänin Lisa Ganhör ist in Punkten, Assists und Rebounds konstant im Boxscore vertreten, Klara Brunner fällt statistisch vor allem durch ihr defensives Rebounding auf.
Neuzugang Rebekka Kalaydjiev steht noch am Beginn ihrer Integration. Nach zwei absolvierten Spielen deutete sie ihr offensives Potenzial an, unter anderem mit 15 Punkten in einem ihrer bisherigen Einsätze. Im Cup stellt sie eine zusätzliche Option im Angriff dar.
Mögliche Finalkonstellation
Auf Teamebene erzielen die Basket Flames 61,1 Punkte pro Spiel bei einer Feldwurfquote von 35,1 Prozent. Mit 51,5 Rebounds pro Partie zählen sie zu den stärkeren Teams unter den Körben, Turnover wirken sich jedoch direkt auf das Umschaltspiel und die defensive Balance aus.
UBSC-DBBC Graz kommt mit 61,7 Punkten pro Spiel auf einen ähnlichen offensiven Output, agiert jedoch mit geringerer Rebound-Präsenz. Ballgewinne prägen das Spiel der Grazerinnen, gleichzeitig wirkt sich eine erhöhte Turnover-Anzahl auf die offensive Konstanz aus.
Sollten die Basket Flames ins Finale einziehen und sich die favorisierten BK Duchess im zweiten Halbfinale gegen UBI Graz durchsetzen, käme es zu einer echten family affair. Coach und Vater Stefan Höllerl träfe im Endspiel auf seine Tochter Sina, österreichische Nationalspielerin im Trikot der Duchess. Der Pokal hätte damit unabhängig vom Ausgang bereits seine Adresse.
Vienna geht als Favorit ins Rennen
Im zweiten Herren-Halbfinale trifft BC Vienna auf die Flyers Wels. Die Wiener kommen aus einer Phase klarer sportlicher Entwicklung. Der Cupsieger 2022 steht in der Basketball Superliga nach 14 Spieltagen bei neun Siegen und hat sich im oberen Tabellendrittel etabliert.
Parallel dazu stellte die Teilnahme an der Adriatic Basketball Association (ABA) zusätzliche Anforderungen dar. Die finale Zusage seitens der Liga erfolgte erst spät im Sommer, wodurch es im Saisonverlauf wiederholt zu Terminüberschneidungen kam. Entsprechend variierte Coach Mike Coffin die Rotation in den einzelnen Bewerben, abhängig von Spielplan, Reisetätigkeit und Belastungssteuerung.
Erweiterte Rotation im Ligabetrieb
Diese Rahmenbedingungen prägten auch den bisherigen Saisonverlauf. Besonders sichtbar wurde dies zuletzt im Ligabetrieb. Beim 104:84-Heimsieg gegen Kapfenberg kamen erstmals mehrere Spieler zum Einsatz, die zuvor ausschließlich in der ABA League eingesetzt worden waren.
Gregor Glas, Sammy Hunter und Lovre Rujnić feierten dabei ihr Debüt in der Basketball Superliga. Diese Öffnung der Rotation markierte einen wichtigen Schritt, um die personellen Ressourcen zwischen den Bewerben flexibler zu nutzen.
Der Weg ins Cup Final Four bestätigt diese Entwicklung. Im Achtelfinale setzte sich Vienna gegen Eisenstadt durch, im Viertelfinale folgte ein klarer 87:67-Erfolg gegen die amtierenden Cupsieger aus Klosterneuburg. Auch in dieser Partie steuerte BC Vienna die Rotation gezielt und richtete personelle Entscheidungen am Spielrhythmus sowie an der Belastung einzelner Akteure aus.
Cup im Kontext der ABA League
Das Cup-Wochenende fällt dabei unmittelbar vor das nächste ABA-Auswärtsspiel. Am 5. Jänner gastieren die Wiener bei KK Mega Basket in Belgrad, was die personelle Ausgangslage zusätzlich beeinflusst. Wie viele Minuten die einzelnen Spieler erhalten werden, hält das Coaching-Staff bewusst offen.
Gleichzeitig wurden mehrere ABA-Spieler für den Cup gemeldet, darunter Gregor Glas, Sammy Hunter, Simas Jarumbauskas und Lovre Runjić. Damit verfügt BC Vienna über deutlich mehr personelle Flexibilität als noch in einzelnen Ligaspielen zuvor. Vor diesem Hintergrund verschiebt sich die Favoritenrolle klar in Richtung der Wiener.
Die jüngsten Ergebnisse gegen die Oberösterreicher sind daher nur eingeschränkt aussagekräftig. Die knappe 71:73-Niederlage im Hallmann Dome sowie der deutliche 89:65-Auswärtssieg in Wels entstanden jeweils unter unterschiedlichen personellen und rotatorischen Voraussetzungen.
Rotation und Rollen
Neben den etablierten Leistungsträgern zeigt sich zuletzt auch die gewachsene Breite im Kader. Luka Ašćerić übernimmt zunehmend Verantwortung als sekundärer Ballhandler. Im Ligabetrieb hat sich zudem bei den jüngeren Spielern zusätzliche Tiefe gezeigt. Die Youngsters Lenny Steven Benczak und Kerem Yilmazer lieferten dort mit Energie, defensiver Intensität und Bereitschaft abseits des Balls weitere Optionen in der Rotation.
Offensiv wird BC Vienna in der Basketball Superliga von Borislav Mladenov angeführt, der als Hapoel-Leihspieler konstant für Scoring sorgt und im Schnitt 18,6 Punkte pro Spiel erzielt. An seiner Seite stehen Aron Stazić und Kapitän Rašid Mahalbasić, wodurch mehrere verlässliche Optionen im Halbfeld zur Verfügung stehen – sowohl über Pick-and-Roll als auch aus dem Post und nach Ballbewegung. Gregor Glas bringt aus dem internationalen Bewerb zusätzliches Scoringvolumen ein.
Rebounding, Struktur und Spielkontrolle
Im Frontcourt prägt Simas Jarumbauskas das Spiel mit hoher Präsenz am Rebound, unterstützt von Mahalbasić sowie Leon Bulić. Defensiv ist Vienna zudem gut abgesichert, insbesondere durch konsequente Help-Defense. Auf Teamebene erzielt BC Vienna 86,2 Punkte pro Spiel bei einer Feldwurfquote von 48,3 Prozent und durchschnittlich 20,1 Assists – ein Indikator für strukturierte Offensive und kontrollierte Spielphasen.
Die Flyers Wels stehen dem ein anderes Profil entgegen. Sie erzielen 83,6 Punkte pro Spiel bei 45,6 Prozent aus dem Feld und generieren mit 13,9 Offensiv-Rebounds pro Partie viele zweite Chancen. Spieler wie Marcus Azor, Chris Rollins Jr. und Joshua Duach prägen das offensive Spiel durch Tempo, frühe Abschlüsse und Druck zum Korb.
Im direkten Vergleich treffen damit zwei unterschiedliche Spielansätze aufeinander. BC Vienna agiert stärker über Rebounding und kontrolliertes Halbfeldspiel, während Wels vermehrt auf Tempo und Abschlüsse aus der Transition setzt. Dabei ist Wels bewusst, dass Vienna in Größe und Physis Vorteile mitbringt.
Die Zielsetzung innerhalb des Teams ist klar. Routinier und Österreichs Rekord-Nationalspieler Rasid Mahalbasić betont die Bedeutung des Cups, verweist auf die positive Stimmung im Team und sieht die Mannschaft gut vorbereitet auf das Final Four.
Tickets & Rahmenprogramm
Neben den Final-Four-Turnieren der Damen und Herren werden auch die Cup-Entscheidungen im Rollstuhl-Basketball ausgetragen. Ergänzt wird das sportliche Programm durch ein begleitendes Rahmenangebot in der Sport Arena Wien. Tickets für das Cup-Wochenende sind weiterhin erhältlich. In den verfügbaren Sektoren besteht freie Platzwahl.
