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Zwei Ligen, ein Tag: BC Vienna zwischen BSL und ABA gefordert

Am Samstag steht Runde 14 der ABA League auf dem Programm. BC Vienna empfängt im Hallmann Dome (19.00 Uhr) KK Cedevita Olimpija zum Rückspiel, nur wenige Stunden nachdem parallel der BSL-Kader auswärts bei den Traiskirchen Lions (16.00 Uhr) gefordert ist. Zwei Spiele, zwei Kader, ein Coaching Staff, organisatorisch wie sportlich eine echte Bewährungsprobe.

Das Hinspiel in der Stožice Arena endete gegen Cedevita mit einer 86:59-Niederlage, bei der die Gastgeber ab dem zweiten Viertel das Spielgeschehen bestimmten. Ausschlaggebend war ein 26:10-Lauf im zweiten Abschnitt, mit dem Cedevita früh die Kontrolle über Tempo, Rebounds und Matchups übernahm.

Aktuelle Ausgangslage

Seitdem ist jedoch einiges passiert. BC Vienna hat in den vergangenen Wochen mehrfach gezeigt, dass das Team physisch mithalten kann und über längere Phasen auf ABA-Niveau agiert. In der Premierensaison sammelt das Team von Spiel zu Spiel weitere Erfahrungen in diesem Wettbewerb, dennoch ließ Vienna mehrere Partien im Schlussviertel aus der Hand, wodurch mögliche Siege ungenutzt blieben.

Diese Entwicklung unterstreicht auch Head Coach Mike Coffin: „Wir haben aus dem Hinspiel unsere Lehren gezogen. Zu Hause, mit unseren Fans im Rücken, wollen wir ein anderes Gesicht zeigen und den Sieg holen.“

Besonders bitter war zuletzt das Spiel gegen KK Mega Basket am vergangenen Montag, das in der Crunchtime in Belgrad verloren ging. In den letzten beiden Minuten ließ Vienna einen entscheidenden Run zu, erneut eine Partie, in der das Team bis kurz vor Schluss im Spiel war und sich am Ende nicht belohnte. Genau dort liegt auch der Ansatzpunkt vor dem Rückspiel.

Cedevita reist als eines der effizientesten Teams der Liga nach Wien. Im Schnitt erzielen die Slowenen 88,8 Punkte, treffen 48,7 Prozent aus dem Feld und verteilen 17,6 Assists pro Spiel. Vienna liegt bei 79,4 Punkten, 43,6 Prozent Trefferquote und 16,6 Assists. Der Unterschied zeigt sich vor allem in der Effizienz und in der Entscheidungsfindung unter Druck.

Vienna lebt offensiv von Intensität, Rebounding und einzelnen kurzen Offensivläufen, muss jedoch Ballverluste reduzieren und konstanter aus der Distanz treffen, um gegen ein EuroCup-erfahrenes Team dieser Qualität konkurrenzfähig zu bleiben.

Matchups: Guards und Big Men im Fokus

Im Backcourt liegt bei Cedevita viel Verantwortung bei Umoja Gibson und Aleksej Nikolić. Gibson kommt auf 182 Punkte und 59 Assists und zählt zu den produktivsten Guards der Liga. Nikolić steuerte in zwölf Spielen 170 Punkte und 36 Assists bei, führt Regie und trifft zudem 42,3 Prozent von draußen. Gemeinsam sorgt das Duo für Tempo, Shot-Creation und Kontrolle in engen Phasen.

Vienna setzt im Backcourt vor allem auf Gregor Glas und Souley Boum. Glas ist mit 163 Punkten und 30 Assists ein zentraler Faktor im Spacing und Shotmaking, Boum bringt als Playmaker Athletik, Tempo und zusätzliche Creation und gilt im Eins-gegen-Eins als „unguardable“.

Der Supporting Cast wird von Luka Ašćerić angeführt, der gegen Mega 4/7 vom Parkplatz traf, sowie von Borislav Mladenov, der zuletzt mit Problemen an der Wade zu kämpfen hatte und sowohl im Cup-Halbfinale gegen Wels als auch gegen Mega nicht zum Einsatz kam. Entscheidend wird sein, wie gut Vienna im Spielaufbau mit Drucksituationen umgeht und Ballverluste vermeidet.

Rollenverteilung im Frontcourt

Auf Seiten von BC Vienna liegt der Fokus im Frontcourt auf Routinier und Kapitän Rašid Mahalbašić, Darko Bajo und Sammy Hunter. Mahalbašić kommt in der laufenden ABA-Saison auf 102 Punkte, 56 Rebounds und 39 Assists als spielstarker Big Man im High-Post, Bajo steuerte 32 Punkte und 21 Rebounds bei und ergänzt auf den Positionen Power Forward und Center die Rotation mit Physis und Vielseitigkeit.

Hunter sorgt mit seiner Athletik und Rebound-Arbeit für zusätzliche Präsenz am Brett. Das Spacing der Guards öffnet dabei Räume für Abschlüsse und schnelle Entscheidungen. Wichtige Unterstützung kommt zudem vom litauischen Simas Jarumbauskas. Entsprechend gilt es, das defensive Rebounding zu sichern und zweite Chancen konsequent zu vermeiden.

Unter besonderen Umständen

Personell ist die Belastung für das Coaching Staff außergewöhnlich. Wer das BSL-Spiel in Traiskirchen betreut, ist aktuell noch offen, fest steht jedoch, dass Coffin die Verantwortung für die ABA-Partie übernimmt. Zwar liegen beide Spielstätten nur rund 20 Fahrminuten auseinander, die parallele Spielansetzung macht eine personelle Überschneidung faktisch unmöglich.

Die zweigleisige Vorbereitung ist eine direkte Folge der erst im Spätsommer fixierten Teilnahme an der Adriatic Basketball Association (ABA), die nach der Terminierung der österreichischen Basketball Superliga erfolgte.

Vor diesem Hintergrund ist das Rückspiel weniger eine Frage des Favoritenstatus als eine Standortbestimmung. Für Vienna geht es darum, die Lehren aus Ljubljana und aus der Crunchtime gegen Mega umzusetzen. Für Cedevita geht es darum, die eigene Rolle zu bestätigen.

Der Rahmen ist gesetzt für einen intensiven Abend im Hallmann Dome. Tickets sind weiterhin erhältlich, Restkarten gibt es auch an der Abendkasse.