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Zwischen Dome und ABA League: Vienna startet in die Serie gegen Klosterneuburg

Playoffs starten: BC Vienna trifft heute um 17.30 Uhr im Hallmann Dome in der Best-of-5-Viertelfinalserie auf die BK Dukes Klosterneuburg. Zwei Siege aus den letzten direkten Duellen sprechen für Vienna, parallel läuft der Kampf um den Verbleib in der ABA League.

Nach dem zuletzt hitzigen Aufeinandertreffen in der Platzierungsrunde treffen beide Teams nun mit klar veränderter Ausgangslage wieder aufeinander. BC Vienna hat die letzten beiden Duelle gewonnen, auswärts mit 88:66, zuhause mit 87:78, und dabei jeweils das Spiel diktiert. Genau dieses Bild wird auch den Ausgangspunkt für die Serie bilden, mit der Frage, ob Klosterneuburg darauf eine Antwort findet oder Vienna erneut den Rhythmus vorgibt.

Zwei Ansätze, ein Matchup

In beiden Spielen war klar erkennbar, wie Vienna dieses Matchup spielen will. Tempo rausnehmen, das Spiel in geordnete Angriffe lenken und die eigenen Vorteile konsequent im Halbfeld ausspielen. Genau dort liegt ihre Identität.

Diese Identität spiegelt sich auch in den Zahlen wider. Vienna gehört zu den effizientesten Teams der Liga, wenn es um Abschlüsse in Korbnähe geht, und kombiniert das mit einer hohen Assist-Zahl, die zeigt, wie konsequent sie ihre Angriffe ausspielen.

Klosterneuburg bringt einen anderen Ansatz. Ihr Spiel ist weniger gebunden, stärker auf Würfe von außen ausgelegt und insgesamt abhängiger vom Wurf. Wenn sie in Rhythmus kommen, können sie jedes Team vor Probleme stellen. Wenn nicht, fehlt oft die Konstanz, um über längere Phasen mitzuhalten. In diesem Kontext kommt Sylven Landesberg eine zentrale Rolle zu.

Er ist der Spieler, der Spiele kippen kann, weil er sich Würfe selbst kreiert und Phasen alleine tragen kann. Wie groß sein Impact sein wird, bleibt offen, nachdem er erst kürzlich nach rund vier Monaten Verletzungspause zurückgekehrt ist.

Veteranen im Fokus

Diese Serie ist auch ein Duell zweier erfahrener Spieler, die beide auf höchstem internationalen Niveau gespielt haben und in Österreich noch auf ihren ersten Titel warten. Rašid Mahalbašić und Landesberg bringen beide Qualität und Erfahrung auf Topniveau mit, unterscheiden sich aber klar in ihrem Profil.

Während Mahalbašić das Spiel aus dem Halbfeld über seine Präsenz in Korbnähe prägt, kommt Landesbergs Impact über Shotmaking und individuelle Lösungen. In engen Phasen wird viel über diese beiden Protagonisten laufen.

Der Faktor Doppelbelastung

Der entscheidende Unterschied in dieser Serie liegt nicht nur im Spielstil, sondern im Timing. Während sich Klosterneuburg voll auf diese Serie konzentrieren kann, steht Vienna vor einer zusätzlichen Belastung. Am Montag wartet in Belgrad das Spiel gegen FMP, in dem es um den rechnerischen Verbleib in der ABA League geht, danach folgt noch ein weiteres Spiel gegen Krka während der Serie.

Diese Konstellation zwingt Vienna-Coach Mike Coffin dazu, Minuten und Belastung genau zu steuern, während Klosterneuburg ohne diese Einschränkung in jedes Spiel gehen kann. Die Wiener werden daher versuchen, die Serie früh in die eigene Richtung zu ziehen, um sich Spielraum für die parallel laufenden Aufgaben zu verschaffen.

Dynamik der Serie

Genau hier verschiebt sich das Matchup. Vienna geht als Favorit in die Serie, muss aber gleichzeitig Ressourcen einteilen. Klosterneuburg bringt Frische, Fokus und die Möglichkeit mit, das Spiel offener zu gestalten. Gelingt es ihnen, das Tempo zu erhöhen und Vienna aus dem Halbfeld zu ziehen, kippt das Spiel sofort.

Spiel 1 wird damit zum Schlüsselspiel dieser Serie. Setzt Vienna früh den Ton und bringt das Spiel in den eigenen Rhythmus, bleibt die Ausgangslage klar. Gelingt es Klosterneuburg hingegen, das Tempo zu bestimmen und Vienna unter Druck zu setzen, kippt die Serie schneller, als es die letzten direkten Duelle vermuten lassen.

Foto: Basketball Austria/Andreas Pichler